Großes Interesse an Gernot Erlers Sicht auf Russland

Veröffentlicht am 13.07.2018 in Bundespolitik

Wenn man an einem herrlich warmen Sommerabend in den Nebenraum einer Gaststätte einlädt, um über ein eher trockenes Politikthema zu reden, dann rechnet man nicht unbedingt damit, überrannt zu werden. Nun, einmal ist immer das erste Mal und so musste SPD-Kreisvorsitzende Birte Könnecke am letzten Donnerstag mit dem größten Bedauern interessierte Gäste wieder nach Hause schicken. Aus Brandschutzgründen durfte wirklich niemand mehr in den völlig überfüllten Raum gelassen werden.

Das Thema „Die Beziehung Russlands zum Westen – droht ein neuer Kalter Krieg“, vorgetragen von Gernot Erler, Staatsminister a.D., scheint doch sehr viele Menschen zu beschäftigen. Könnecke sah ob der enttäuschten Gesichter nur einen Ausweg: "Wir werden die Veranstaltung noch einmal anbieten."

Der gut einstündige Vortrag von Gernot Erler schlug einen weiten Bogen und war bemüht, das Thema von allen Seiten zu beleuchten. So legte er viel Wert auf die stabilen Faktoren in der Beziehung, wie sie vor allem im wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bereich zum Glück in großem Umfang vorhanden und ein wichtiges Fundament sind. Aber ebenso schonungslos griff er die politischen Entfremdungen der letzten 2 Jahrzehnte und die daraus resultierenden verbalen und militärischen Eskalationen auf. Für ihn ist die Annektion der Krim nicht als Ausgangspunkt, sondern als logische Konsequenz dieser Entfremdung zu sehen.

Die russische Unterstützung für rechtsnationale Parteien überall in Europa wertete er als Versuch, die EU zu destabilisieren um eine neue Weltordnung zu schaffen.

Schlußendlich kam Erler auf sechs Punkte, die zwingend und dringend erreicht werden müssten um den Frieden und die Sicherheit in Europa zu gewährleisten:

  1. Den Ukrainekonflikt entschärfen und politisch lösen
  2. Vertrauensbildung, am besten im Rahmen der OSZE
  3. Abrüstung, konventionell wie atomar
  4. Stopp der Eskalationen (Verbal und militärisch)
  5. Stärkung der Vereinten Nationen
  6. Handlungsfähigkeit der EU herstellen

Leider bewegen wir uns in vielen dieser Punkte derzeit eher in die entgegengesetzte Richtung. Zu Beginn der anschließenden regen Diskussion bemerkte Birte Könnecke, dass die EU in Zeiten, in denen sie sich eigentlich von den USA emanzipieren und ein eigener starker Global Player werden müsste, sich stattdessen von nationalen Egoismen und dem Wunsch nach Kleinstaaterei bremsen lässt. Die Problemlösungskompetenz der EU wurde insgesamt skeptisch gesehen.

Zum Abschluss überreichte Gerhard Kelter als Orstvereinsvorsitzender des OV Ehrenkirchen-Bollschweil Gernot Erler von Genossen Selbstgemachtes: 2 Flaschen Wein und 2 Gläser Honig, was mit großer Freude angenommen wurde.

 

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