Dabei sind wir doch alle Teil dieses Staates

Veröffentlicht am 10.05.2019 in Kreisverband


Was machen Politiker eigentlich beruflich? So heißt das Buch von Bijan Kaffenberg der uns für eine Lesung in der Buchhandlung Pfister in Bad Krozingen besucht hat.

Der Titel klingt wie blanke Satire, befördert anscheinend ein verbreitetes Vorurteil. „Was machen Politiker eigentlich beruflich?“ So lautet der Titel eines im Februar diesen Jahres im renommierten Rowohlt-Verlag erschienenen und bei einer Lesung des Kreisverbandes der SPD in Bad Krozingen vorgestellten Buches des jungen Autors Bijan Kaffenberger, deutscher Politiker, Ökonom und YouTuber.

„Viel wird es nicht sein“, was „die da oben“ tun, mag sich mancher denken, der mit dieser Frage konfrontiert wird. Der Dreißigjährige indes belehrt uns eines Besseren. Und er muss es wissen, ist er, der 2008 in die SPD eintrat, doch seit 2018 direkt gewählter Abgeordneter im hessischen Landtag.

In seinem spannenden Buch widmet sich der Politiker und Wirtschaftswissenschaftler all jenen Fragen rund um die Politik, die junge Leute wirklich beschäftigen. Er tut das nicht immer bierernst, aber doch mit Sinn und Verstand und einer hohen Detailgenauigkeit. Das mit vielen interessanten Fakten gespickte 170-Seiten-Werk ist kein Buch, das von vorne nach hinten gelesen werden will, sondern eine erhellende Schrift, die die willkommene Möglichkeit bietet, sich einzelne Kapitel, die gerade von Interesse sind, als Lektüre vorzunehmen. Dabei ist das Buch lehrreich, aber nicht belehrend. Und immer wieder blitzt bei aller Seriosität des Anspruchs der Witz und Humor des Autors auf, dessen Leiden am Tourette-Syndrom, wie auch bei der Lesung in Bad Krozingen deutlich wurde, seine Ausstrahlung und Wirkung nicht beeinträchtigt.

„In einer Welt, die sich immer schneller dreht, immer vernetzter ist und immer komplexer wird“, brauchen, so Bijan Kaffenberger, „besonders die junge Menschen jemanden, der ihnen ihre Fragen an „die da oben“ beantwortet. Der Autor bezieht sich auf eine aktuelle Umfrage, wenn er sagt, dass mehr als 80 Prozent der 18- bis 29-jährigen sich in der Politik nicht ausreichend repräsentiert fühlen. „Dabei sind wir doch alle Teil dieses Staates.“

Was es denn mit der Menschenwürde auf sich hat, inwieweit wir in der Bundesrepublik direkte Demokratie üben können, wie wichtig Presse- und Versammlungsfreiheit sind, wie man in die Politik kommt, wie die sozialen Medien in die Politik hineinwirken - das sind einige Fragen, die Kaffenberger anspricht. In seinem Buch geht es aber auch um schnelles Internet, um den „Krieg im Netz“, um Digitalisierung als Chance, um das bedingungslose Grundeinkommen, die Rente, den Brexit und um Vorurteile im Zusammenhang mit Fluchtbewegungen.

Dass Demokratie auf Information und Meinungsaustausch basiert und reines Bauchgefühl oft trügerisch ist, weiß der Autor natürlich. Bijan Kaffenberger gibt sich aber auch keinen Illusionen hin: Eine umfassende Information aller Beteiligten sei eine Utopie, stellt er fest. Und: Dass alle Bürgerinnen und Bürger im Prozess der Meinungsbildung Gehör finden, sei leider auch Wunschdenken. Das klingt nicht ermutigend, hat aber durchaus auch eine gute Seite: Was uns scheinbar desillusioniert, kann uns davor bewahren, perfektionistische Erwartungen und Anspruchshaltungen gegenüber Politikern zu hegen. Das sind nämlich auch nur Menschen.

Bernd Michaelis

 
 

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