Gegen das Vergessen: Das Blaue Haus in Breisach hält Geschichte lebendig

Veröffentlicht am 11.11.2019 in Kreisverband

Das Blaue Haus in Breisach ist ein Ort des Erinnerns. Des Erinnerns an jüdisches Leben, das es dreimal in Breisach gab und das dreimal ausgelöscht wurde. Zuletzt – nach gut dreihundert Jahren – durch die Deportation der Breisacher Juden am 22. Oktober 1940. Es ist das Verdienst des Blauen Hauses und seines Fördervereins, dass er die Erinnerung an das Leben der Breisacher Juden am Leben hält und den Menschen ihre Namen gibt.

Es war uns deshalb eine Ehre, dass wir ausgerechnet zum zwanzigsten Jahrestag des Vereins das Blaue Haus besuchen durften. Mit großem Engagement berichtete die Vorsitzende, Frau Dr. Christiane Walesch-Schneller, sowohl von der Geschichte der Breisacher Juden, als auch von der Arbeit des Vereins.

Gebaut ab 1691 war das Blaue Haus zunächst eine Gaststätte, ehe es 1829 von der Jüdischen Gemeinde gekauft wurde um dort eine Schule einzurichten. Nach vielen weiteren verschiedenen Nutzungen wurde es schließlich zum Gemeindehaus. Ein Raum im ersten Stock wurde nach der Zerstörung der Synagoge während der Novemberpogrome 1938 dann als heimlicher Gebetsraum eingerichtet.

Nach Ende des Nazischreckens ging das Haus an die einzige überlebende Jüdin Breisachs über, bis es ihre Enkel an den Förderverein verkauften.

In den zwanzig Jahren seines Bestehens hat der Verein unter großen Anstrengungen und viel Eigenleistung das jüdische Leben in Breisach rekonstruiert. Sie zeigen es am eindrücklichsten im ersten Stock in einer Dauerausstellung "Jüdisches Leben in Breisach 1931" mit viel Liebe zum Detail. Wir hören, wie die Hausherrin mit der Hausangestellten die Vorbereitungen für das Pessachfest bespricht, wie sie von ihrem Mann, den Cantor, eine wichtige Begräbnisrede vorgelesen bekommt und wie die Kinder ganz aufgeregt sind, weil sie zum ersten Mal beim Schächten eines Huhns dabei sein dürfen.

Ergänzt wird die Arbeit des Vereins durch die Zusammenarbeit mit Schulen, ein vielfältiges kulturelles Programm und ein mittlerweile auf viele tausend Exemplare angewachsene Bibliothek. Das alles ist sehr professionell auf der Webseite des Vereins dargestellt und es ist schön zu sehen, dass die Arbeit mittlerweile großzügige Spenden erhalten hat und auch von der Stadt Breisacher besser gewürdigt und unterstützt wird.

Nach diesem Besuch sind wir dann zum Denkmal für die Breisacher Synagoge gezogen und haben ein Blumengesteck für die Opfer des Holocausts abgestellt. Kreisvorsitzende Birte Könnecke erinnerte an die schier unbegreifliche Zahl der Opfer. Es hilft dem Begreifen auf schmerzliche Weise, wenn man noch kurz vorher die Namen einiger dieser Menschen an der Wand im Flur des Blauen Hauses gelesen hat.

Oswald Prucker

 
 

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