Neues Baugebiet in Stegen: Alle Fakten sprechen für die Festwiese

Veröffentlicht am 24.09.2019 in Kommunalpolitik

Im Zeichen des menschengemachten Klimawandels müssen Gemeinden bei der
Bauleitplanung umdenken. Anzustreben sind ein möglichst geringer
Flächenverbrauch durch kompaktere Grundrisse und höhere Gebäude, eine hohe
Energieeffizienz und der Einsatz nachwachsender Rohstoffe wie Holz bei den
Baumaterialien. Von besonderer Bedeutung sind Verkehrsaspekte, also die
Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr, fußläufige Verbindungen zur
Nahversorgung, Ärzten und Schulen und eine Verringerung des Individualverkehrs.
Bei einer Bebauung der Festwiese sind diese Punkte nach dem von der Gemeinde
beauftragten Gutachten erfüllt.


Keine dieser Forderungen erfüllt dagegen das Baugebiet Nadelhof. Der Verkehr auf
der Verbindungsstraße Oberbirken nach Unterbirken würde beispielweise um 46%
zunehmen. Eine verdichtete Bebauung ist dort nur schwer möglich, deshalb sind
bisher fast nur Einfamilien- und Doppelhäuser mit 2 Stockwerken vorgesehen.
Wegen der Wasserversorgung sind höhere Bauwerke nur mit hohem
Kostenaufwand machbar.


Aus Sicht des SPD-Ortsvereins Dreisamtal gehen die Planungen im Gebiet Nadelhof
auch am Bedarf vorbei: nach dem Gutachten der Gemeinde sind im Jahr 2017 67%
der Haushalte Ein- und Zwei-Personenhaushalte. Weitere 12% sind Drei-
Personenhaushalte. Für diese 79% der Haushalte sind gut geschnittene
Geschosswohnungen deutlich besser geeignet als Einzel- oder Doppelhäuser.
Viele Ein- und Zwei-Personen-Haushalte leben derzeit in Gebäuden für Familien und
würden besonders im Alter gerne in kleinere Wohnungen umziehen, wenn es diese
in Stegen zentrumsnah gäbe. Damit würde Wohnraum für größere Familien mit 4
und mehr Personen frei werden.


Bei einem neuen Baugebiet sollte deshalb Geschosswohnungsbau mit 2 bis 4-
Zimmer-Wohnungen vorrangig vorgesehen werden. Eine solche Bebauung würde
auch deutlich mehr kostengünstigen Wohnraum ermöglichen, für den es im
Dreisamtal einen großen Bedarf gibt.


Die SPD Dreisamtal fordert deshalb von der Gemeindeverwaltung und dem
Gemeinderat ein an den Fakten orientiertes Umdenken. Alle von der Gemeinde
beauftragten Gutachten machen deutlich, dass die Festwiese für ein neues
Baugebiet deutlich besser geeignet ist als das Gebiet Nadelhof.


Gerne können die Einwohner Stegens ihre Meinung dazu äußern: info@spd-
stegen.de

 

(Pressemitteilung 24.9.2019, auch erschienen in der Badischen Zeitung und im Dreisamtäler)

 
 

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