Schwierige Situation in Obdachlosenunterkunft

Veröffentlicht am 16.01.2019 in Kreisverband

Vor kurzem besuchte unsere Kreisvorsitzende Birte Könnecke zusammen mit Mitgliedern des Kreisvorstands und des Ortsvereins die Wohnungsloseneinrichtung in der Elsässer Allee in Breisach. Begrüßt und geführt wurden wir von einem Mitarbeiter des Liegenschaftsamtes Breisach, der als Hausmeister für die Unterkunft zuständig ist.

Vor dem Eintritt in die Einrichtung gab es draußen eine kurze Vorbesprechung, in der es vor allem darum ging, was für Menschen hier leben, wie lange, unter welchen Bedingungen. Zumeist handelt es sich hierbei um Menschen, die ihre Wohnung verloren haben und durch z. B. Caritas, Stadtverwaltung usw. eingewiesen werden.

Teilweise sind die Einwohner suchtkrank (Drogen, Alkohol) und viele bleiben jahrelang in der Einrichtung, da es oftmals keine Alternativen mehr für sie gibt.

Manche Einwohner sind in Rente, manche arbeiten in Teilzeit, und wiederum andere sind nicht in der Lage, arbeiten zu gehen (aus gesundheitlichen Gründen oder bedingt durch Sucht-Zustände). Aktuell leben 28 Männer und 5 Frauen in der Unterkunft. Bis vor kurzem waren auch noch zwei Kinder dort, die aber mittlerweile vom Jugendamt abgeholt wurden. Insgesamt bietet das Haus Platz für ca. 40 Menschen.

Es leben hier Gestrandete ohne Perspektiven, jemals wieder in die Gesellschaft integriert zu werden. Unserer Meinung nach ist dies auch dadurch bedingt, dass sie zu wenig in ihrer jeweiligen Situation an der Hand genommen werden. Eine intensivere Betreuung könnte eventuell dem ein oder anderen weiterhelfen, wenn denn ein Wille zur Veränderung da ist.

Am Eingang der Einrichtung befindet sich für jeden Bewohner ein eigener Briefkasten. Es ist wichtig, die Namensschilder aktuell zu halten, um die Bewohner nicht in der Anonymität versinken zu lassen. Zuerst konnten wir die sanitäre Einrichtung der Männer im Erdgeschoss in Augenschein nehmen, die noch in diesem Monat renoviert wird, was auch sehr nötig ist. Es gibt nur eine Dusche für alle männlichen Bewohner.

Links den Flur entlang sind verschiedene Zimmer. Ein Zimmer wird meist mit zwei bis drei Personen besetzt. Die Größe des Zimmers ist etwa 18 qm mit Betten, einer Spüle und Kühlschrank (beides zerschlagen). Wenn ein Gerät oder Möbel beschädigt wird, bemüht sich die Gemeinde um Wiederbeschaffung oder Reparatur. In der Einrichtung wird viel beschädigt, Wände beschmiert, manchmal auch etwas entwendet. Die Scheiben der Brandschutztür wurden nach zweimaligem Einschlagen durch Holzbretter ersetzt, da die Kosten zu enorm sind, jedes Mal neue Scheiben einzusetzen. In einem Zimmer hatte der Bewohner mit bloßen Händen die massive Türzarge aus der Wand gerissen. Manchmal werden die Möbel auch einfach draußen angezündet. Ein Besuch der Feuerwehr wird als erfreuliche Abwechslung im Alltag wahrgenommen.

Für die Möbelbeschaffung, Materialbeschaffung usw. gibt es ein Budget. Oft werden auch alte Möbel gespendet. Dies sollte aber vorher angekündigt und abgesprochen werden. Häufig kommt es vor, dass Menschen völlig unbrauchbare Gegenstände einfach im Außenbereich abstellen und so ihren Müll entsorgen, um dessen Beseitigung er sich dann auch noch kümmern muss.

Den Gang rechts runter sieht der Flur etwas besser aus, dort ist auch die sanitäre Einrichtung für die weiblichen Bewohner, auch diese ist gepflegter, da die Frauen manchmal selbst sauber machen.

Das Büro des sozialen Betreuers und der Tafelladen befinden sich ebenso im EG.

Im 1. OG befinden sich weitere Wohneinheiten, eine Gemeinschaftsküche, sowie weitere sanitäre Einrichtungen. Auch eine Kleiderkammer ist vorhanden, hier können günstig gebrauchte Kleider, Schuhe, manchmal auch Spielsachen und Küchengeräte eingekauft werden.  

Der Tafelladen sowie die Kleiderkammer werden von ehrenamtlichen Mitarbeitern betrieben.

Im Keller befindet sich unter der Treppe eine Ecke, in der öfters mal jemand von außerhalb übernachtet und die die Bewohner auch immer mal wieder für ihre Notdurft benutzen. Auch solche Hinterlassenschaften entfernt der Hausmeister mit stoischer Ruhe.

Wir begegnen dem ein oder anderen Einwohner, diese sind meist zurückhaltend, mit einem Mann kommen wir ins Gespräch, andere suchen den Rat des Hausmeisters, der dann auch als Betreuer fungiert. Bei zwei Bewohnerinnen merkt man deutlich, dass sie in berauschtem Zustand sind, ein Mann beschwert sich, weil andere Bewohner laut und rücksichtslos in der Nacht sind. Es ist nicht einfach für die Menschen dort und auch nicht für diejenigen, die mit ihnen zusammenarbeiten. Es braucht viel Herblut um alles in Ordnung zu halten und trotz widriger Umstände, allen ein erträgliches Dasein zu bescheren.

Als mögliche Verbesserungen werde drei Maßnahmen diskutiert:

  • Freies W-Lan für die Bewohner
  • Eine gemeinschaftliche Waschküche im Keller
  • Sowie einen Fernsehraum

Diese drei Dinge konnten bisher noch nicht bei der Stadtverwaltung durchgesetzt werden.

Wir erweitern diese Liste noch um individuelle Betreuung. Diese Menschen sind nicht in der Lage, sich um sich selbst zu kümmern. Man darf sie nicht alleine lassen!

Alexandra Schächtele, Birte Könnecke

 
 

Homepage SPD Kreisverband Breisgau-Hochschwarzwald

Die Homepage der Kirchzartener Gemeinderäte

 

 

https://www.spd-fuer-kirchzarten.de

Die Homepage der Stegener Gemeinderätin

http://www.spd-stegen.de

Die Kirchzartener Gemeinderäte auf Facebook:

https://www.facebook.com/spd.fuer.kirchzarten/

Jetzt Mitglied werden

Jetzt Mitglied werden

Wir auf Facebook

News

18.08.2019 17:31 Abbau des Soli darf kein Entlastungsprogramm für Millionäre sein
SPD-Fraktionsvize Post stellt klar, unter welchen Bedingungen die SPD-Fraktion zu einer kompletten Abschaffung des Solidaritätszuschlags bereit wäre: höhere Einkommen- und Reichensteuer für Topverdiener.  „Wir sollten in der Koalition jetzt das machen, was wir gemeinsam vereinbart haben und den Soli für 90 Prozent der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler abschaffen. Das ist kein Pappenstiel, den wir da planen,

13.08.2019 09:33 Wir gegen rechts – Demokratische Ordnung stärken und verteidigen
Im Kampf für Demokratie und Freiheit will die SPD härter gegen Rechtsextremismus vorgehen – und für mehr Schutz vor rechter Gewalt sorgen. Die Demokratie müsse sich „viel konsequenter“ wehrhaft zeigen, heißt es im Beschluss des SPD-Präsidiums. In sieben Punkten soll die demokratische Ordnung gestärkt werden. Es geht um die Zerschlagung rechter Netzwerke, das Waffenrecht und

13.08.2019 08:53 Die Union muss endlich beim Klimaschutzgesetz liefern
Blockieren, verzögern, ablehnen – die Union will beim Klimaschutz nicht wirklich handeln, sondern nur schön reden, kritisiert SPD-Fraktionsvize Miersch. Er fordert von CDU/CSU ein schlüssiges Gesamtkonzept zum Klimaschutz. „Wir können es uns nicht länger leisten, am Sonntag Klimaschutz zu predigen und in der Woche die konkrete Umsetzung zu blockieren. Bisher verhindert die Union den notwendigen

11.08.2019 09:36 Wollen keine milliardenschweren Steuergeschenke verteilen
SPD-Fraktionsvize Achim Post lobt den Gesetzentwurf des Bundesfinanzministeriums zur Reform des Solidaritätszuschlags. Er stellt klar: Eine vollständige Abschaffung lehnt die SPD-Fraktion ab. „Mit dem Gesetzentwurf zur weitgehenden Abschaffung des Soli hält die Koalition Wort und entlastet Millionen von Bürgerinnen und Bürgern. Gerade auch Berufstätige mit niedrigerem oder mittlerem Einkommen profitieren davon. Zusammen mit den weiteren Entlastungen etwa

08.08.2019 08:54 150 Jahre Gründung der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei – SDAP „Die Eisenacher“
Zum Jahrestag der Gründung der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei – SDAP „die Eisenacher“ erklären der SPD-Geschichtsbeauftragte Dietmar Nietan und die Sprecher/innen des Geschichtsforums Kristina Meyer und Bernd Rother: Feinde der offenen Gesellschaft missbrauchen gegenwärtig in den Landtagswahlkämpfen in Ostdeutschland die großartigen Leistungen der Ostdeutschen für die friedliche demokratische Revolution in der damaligen DDR. In diesen Tagen erinnern wir uns

06.08.2019 20:53 Jahressteuergesetz 2019: klimafreundliches Verhalten fördern – Beschäftigte entlasten
Das Bundeskabinett hat den Entwurf eines Gesetzes zur weiteren steuerlichen Förderung der Elektromobilität und zur Änderung weiterer steuerlicher Vorschriften beschlossen. Damit wollen wir insbesondere klimafreundliches Verhalten steuerlich fördern. Außerdem sollen Beschäftigte steuerliche Erleichterungen erhalten. „Schwerpunkt des Gesetzentwurfs ist die steuerliche Förderung von umweltfreundlicher Mobilität: Die Steuervorteile für privat genutzte betriebliche Elektrofahrzeuge oder extern aufladbare Hybridfahrzeuge

06.08.2019 20:52 Brexit: Keine neuen Verhandlungen zu den Bedingungen Johnsons
SPD-Fraktionsvize Post stellt klar: Wenn Premier Johnson die EU in ein verantwortungsloses Pokerspiel treiben will, sollte er wissen, dass er die schlechteren Karten hat. „Es ist nur konsequent, dass die EU an ihrer klaren Linie gegenüber Großbritannien festhält. Es ist vollkommen undenkbar, in neue Verhandlungen zu den Bedingungen von Boris Johnson einzusteigen. Wenn Johnson die EU in

Ein Service von websozis.info