
Dorotea-Barbara Jenne-Toma
Selbstständige Gastronomin, verheiratet, 4 Kinder
Vorstandsmitglied Tourismus Dreisamtal e.V.
Im März 1991 sind wir nach zwei Jahren im Aussiedlerheim in Rötenbach nach Kirchzarten gekommen. Wir haben gelernt, dass Kiwis keine Kartoffeln sind, man auf das Knöpfchen bei der Ampel drücken muss, um die Straße zu überqueren und dass man seinen Kopf im Schwimmbad trotz verdächtig klarem Wasser hineintauchen darf.
In der Hauptstraße 46, neben dem alten Sägewerk, war unsere erste Wohnung in Deutschland. Leider verstarb unser einziger Kontakt, eine Tante in Littenweiler, nun waren wir auf uns allein gestellt. Übers Brückle bei der Kienzlerschmiede war ich schnell im Schwimmbad. Manchmal nahm ich auch den Umweg über die Bäckerei Hug in Kauf, weil es da immer eine Brezel gab. Aufgeschürfte Knie von der Schwimmbadrutsche oder auch mal ein Schwimmbadverbot gehörten zu einer lebendigen Dreisamtäler Jugend.
Beruflich zog es uns, zum Glück nur kurz, nach Calw.
1995 kamen wir wieder nach Kirchzarten zurück. Die Mountainbiker in der Trotte haben den Flammkuchen von meiner Mutter vermisst. Übergangsweise wohnten wir in der Metzgerei Schindler. Realschule, jobben in Kirchzartens Gastroszene … hier geh ich nicht mehr weg.
Ein bisschen hat sich etwas seit damals verändert. Aber manchmal sehe ich mich in meinen Kindern, wenn Sie durchs Schwimmbad flitzen oder auf dem Pausenhof der Grundschule toben. Ich bin dankbar, dass hier meine Heimat geworden ist. Ich möchte nun etwas zurückgeben. Das Dorf Kirchzarten bewahren, jedoch trotzdem nach vorne schauen.
Durch meine Arbeit in unseren Betrieben Birke & Fröhlich oder im „Aldi an de Kass“ bin ich nah am Bürger. So ist es mir möglich viele verschiedene Meinungen, Wünsche, Sorgen mitzunehmen.
